Bunte Lichtspiele, ein Auftakt

© 2020, FarbigeWelt

Wer sich etwas mit Farbenlehre beschäftigt hat, wird wohl auch die bekanntesten Eigenschaften des Lichts kennen. Es ist einzigartig schnell, wobei am schnellsten im Vakuum. Weisses Licht ist eine Mischung aus mindestens rotem, grünem und blauem Licht. Neben dem sichtbaren Licht, existiert auch für uns unsichtbares, mit verschiedenen Namen, je nach Wellenlänge beziehungsweise Frequenz. In optisch dichteren Medien breitet sich Licht in Abhängigkeit seiner Wellenlänge langsamer aus als in Vakuum, was ein Glasprisma wunderschön aufzeigt, in dem es gemischtes Licht in seine Spektralfarben aufteilt, wobei blaues, kurzwelliges Licht stärker abgebremst und somit stärker abgelenkt wird als rotes, langwelliges Licht. Dem Glasprisma ähnlich, aber etwas komplizierter, verhält es sich mit Wassertropfen, die je nach Tageszeit und Saison mit Sonnenlicht einen Regenbogen am regnerischen Himmel zeichnen. Neben Infrarot, Ultraviolet, Röntgen- und Gammastrahlung und Radiowellen inklusive Mikrowellen, gehört Licht zur elektromagnetischen Strahlung, oder auch Welle, die sich wie der Name sagt, geradlinig von einem Punkt aus, mit Lichtgeschwindigkeit ausbreitet. Je nach Wellenlänge kann Licht ein Objekt kaum verändert passieren. Manche Objekte absorbieren einen Teil des eingehenden Lichts, wobei das austretende Licht für Menschenaugen nicht wahrnehmbar oder gut sichtbar dunkler oder farbig wird. Anders als beim klaren, farblosen Prisma, das hauptsächlich auffächert, schwindet die Lichtenergie über einen dem Objekt eigenen Frequenzbereich und übrig bleibt, was uns farbig erscheint. Je nach Standpunkt, lässt ein Lichtfilter einen Teil des Lichtspektrum durch oder absorbiert den anderen Teil, was auch die Sprache zu unterscheiden vermag: Ein blauer Filter beziehungsweise ein Blaufilter. Weisses Licht durch letzteren erscheint gelb, die additive Mischung von Rot und Grün, da der Blauanteil absorbiert wurde. Die Farbwahrnehmung beruht auf einer Energie-Umwandlung, bei der Licht, über Absorption eines engen Wellenlängenbereichs, in elektrochemische Energie umgewandelt wird, welche von Nervenzellen in der Netzhaut als Signal interpretiert wird, welches zur Verarbeitung an ein komplexes Nervengeflecht im Auge und schliesslich ans Gehirn, in einen Bereich im hinteren Teil des Schädels, weitergeleitet wird. Zwei Gruppen von lichtempfindlichen Sinneszellen sind fürs Sehen verantwortlich, die Stäbchen und die Zäpfchen. Erstere reagieren nur auf Helligkeitsunterschiede, vorwiegend auf Blau und Grün, letztere bestehen aus drei Gruppen, wobei grob gesagt jede für eine andere der Farben Rot, Grün und Blau zuständig ist. Die Farbmischung ist additiv. Würden heute, im Zeitalter digitaler Fotobearbeitung, Personen angehalten anzugeben, welche Farbe beim Mischen in gleichen Teilen Gelb und Blau resultiere, lauteten die häufigsten Antworten wohl: Grün, Weiss, weiss nicht. Weiss nicht, im Sinne von, die Frage kann, da unpräzise formuliert, nicht beantwortet werden, wäre ebenso halbkorrekt, wie die beiden anderen Antworten. Warum? Weil zwei Arten Farbmischung möglich sind: additiv und subtraktiv. Additiv wird aus Blau und Gelb (enthält Rot und Grün) Weiss. Subtraktiv wird aus Blau und Gelb Grün, was ersichtlicher wird, wenn ein bestimmtes Blau gewählt wird, nämlich Cyan (C) und Gelb für Yellow (Y) steht, zwei der primären Druckfarben, die dritte ist Magenta (M) und die vierte die Unfarbe Black (B), also Schwarz. Schwarz wird für Grautöne und zusätzlichen Kontrast genutzt. Schwarz ergeben, müsste eigentlich die gleichanteilige, subtraktive Mischung der primären Druckfarben. In der Praxis ergibt jene aber nur dunkel- bis sehr dunkelgrau. Subtraktiv Mischen, bedeutet färben, von weissem Grund ausgehend, indem zuvor weiss reflektiertes Lichts anteilsmässig mit Pigmenten durch Absorption reduziert werden, also Anteile aus dem Spektrum entfernt, bis hin zu kaum noch wahrnehmbarer Intensität des reflektierenden Lichts und das so gefärbte Objekt schliesslich schwarz erscheint. Cyan absorbiert Rot, Yellow absorbiert Blau. Ihr Gemisch absorbiert somit Rot und Blau, es reflektiert daher nur Grün. Prinzipiell eignen sich die primären Druckfarben, YCMK, auch zum Malen, da sich mit ihnen, zusammen mit Weiss zum Aufhellen, prinzipiell alle Farben mischen lassen, die auch Farbdrucke zeigen. Mischfarben dienen in erster Linie nur der Bequemlichkeit, könnte daraus gefolgert werden. Aber, so trivial lässt sich die farbige Welt dann doch nicht wiedergeben, beziehungsweise malen, gross sind die Einschränkungen der subtraktiven Farbgebung, und umso erstaunlicher sind die phantastischen Leistungen der grossen Maler, die ihr Handwerk derart beherrschen, dass sie ihre Wahrnehmung glaubhaft auf Leinwand in Szene setzen konnten, und, mit viel Übung und Können, wahre Kunstwerke schufen. Manchen Künstlern malten bis ins hohe Alter, wobei sie die Farbgestaltung ihrer Bilder teils dramatisch änderte, was oft ein Zeichen für altersbedingten Abbau des Sehvermögens ist, als Folge durch Trübung, Verfärbung der Augenlinse, Abbau der oder Ablagerungen auf der Netzhaut sowie Demenzen bedingter Fehlverarbeitung der Sinneseindrücke. Das Erlebnis Farbe ist übrigens weit mehr als die Fähigkeit Farben im sichtbaren Lichtspektrum unterscheiden zu können. Denn neben assoziativen Bezügen, hängt die Wahrnehmung eines einfarbigen Objektes stark von der Farb- und Materialeigenschaft sowie der Farbe des direkten und umgebenden Lichts, aber auch von farbigen weiteren Objekten in seiner unmittelbaren Umgebung ab. Es mag erstaunen, dass blaue Rechtecke, gedruckt mit demselben Blau, mit einem grauen Rahmen anders farbig wahrgenommen werden, als deren gelb umrandete. Der Farbeindruck kann durchaus sehr individuell sein. Diskussionen in sozialen Medien entstanden sogar darüber, ob nun ein hellgrau-schwarz gestreiftes Kleid, blau- oder gelb-gestreift sei. Offenbar, kann selbst da Farbe wahrgenommen werden, wo nachweisslich gar keine ist. Der Grund wird im, von Person zu Person, unterschiedlich prozessierten Weissabgleich in der Signalverarbeitung des Gehirns vermutet. Der Weissabgleich berücksichtigt die Farbtemperatur des „weissen“ Lichts. Würde das Gehirn keinen Weissabgleich machen, fehlte die Farbkonstanz und Objekte erschienen, abhängig von der Tageszeit, stets in anderen Farben. Ein weisses Objekt würde, vom frühen Morgen bis zum Mittag, von rot über gelb zu weiss oder blau wechseln. Eine der glaubhafteren Erklärung zum Kleid lautet nun: Den Weissabgleich könnten verschiedene Personen entweder auf die vermutlichenahrscheinliche Tageszeit der Aufnahme oder diverse dem Kleid auf der Fotografie näherliegende Objekte beziehen, was schliesslich die Farbunterschiede der Streifen in den Diskussionen in den Medien erkläre. Diese Erklärung klingt nachvollziehbar, besonders für die, die schon die Farbtemperatur von Bilderserien nachbearbeitend abgeglichen haben.

Doch weit mehr, dem Dank im Überfluss!

© 2019/2020 Michael Trösch alias FarbigeWelt, alias Quantenkristall

Wie so oft, verpacke ich in Worte, die nach meinem Ermessen, während des Schreibens, in näherem oder weiteren Sinne, zum Kern einer zentralen Botschaft gehören, obwohl ich eigentlich, Aphorismen langer Rede vorziehe.

Descartes, 1637ff nc, oft lakonisch übersetzt zitiert mit:“Ich deke, also bin ich.“ – „ego cogito, ergo sum“ bzw. „ego sum, ego existo“ oder „Je pense, donc je suis.“, (vrgl.‘Cogito ergo sum‘, Wikipedia, 23.09.2019) – setzte einen Meilenstein auf dem Weg der Erkenntnis.

So kurz der Spruch, so unerschütterlich sein Wahrheitsgehalt. Ob absichtlich, wie vernünftigerweise angenommen werden kann, oder auch nicht, steckt in Descartes tiefgreifender Erkenntnis implizit: Mir meiner selbst bewusst werdend, bin ich, also existiere.

Paulus schrieb, bereits 55 nc, in seinem Korintherbrief, sehr treffend übers Erkennen (K1Kor 13:12); wobei er an dieser Stelle, zwar nicht seine Existenz auf die Selbsterkenntnis zurückführte, jedoch an anderer Stelle seine Existenz auf Jesus, durch dessen Erscheinen, nach Paulus’ Bekundung, er sich erst als Paulus erkannte, und seither sein früheres Selbst, Saulus, hinter sich liess. In diesem Sinne empfand sich Paulus als Saulus schemenhaft, denn in der Erscheinung, erkannte er das Ebenbild Gottes, Jesus, dem Mensch gewordenen Gottessohn. Aus dieser einschlägigen Erfahrung, folgerte Petrus, in Existenz käme, wer an Jesus glaube.

Vielleicht das Neue, an Descartes Gedanke, wird nun offensichtlich. Nämlich, dass Descartes seine Existenz alleine auf sich selbst bezog. Da er, wie er selbst erklärte, bis auf das Mindeste abstrahierte, in dem er an allem zweifelte, bis nur das Denken blieb, das er nicht anzweifeln konnte, weil es im Zweifel implizit ist.

Nichts ist nicht existent. Etwas ist nicht Nichts. Was ist, ist existent, da nur Nichts nicht existent sein kann.

Denkt Etwas, ist es existent, selbst wenn es nichts anderes als dachte.

In Existenz tritt, was auf Etwas anderes als auf Nichts reagiert. Etwas-Interaktionen geschehen meist frei jeglicher Erkenntnis.

Würden die Interaktionen erkannt, was sollte das auch ändern?

Oder, ändert Erkennen vielleicht mehr als angenommen?

Rätselhaftes wird erzählt und beschrieben sowie das Doppelspalt-Experiment, bei welchen Interferenz- oder Schablonen-Muster entstehen, wenn Licht-, Elektronen- oder Atom-Strahlen, mal als Welle, mal als Teilchen, den Doppelspalt passieren.

Die Welle korpuskeliere, im Moment der Messungen der Teilchenimpulse, wenn aus Impulswerten erkennbar wird, auf welchen Wegen die Teilchen welchen der beiden eng bei einander liegenden, schmalen Spalten passieren.

Diese Beobachtung könnte zur Annahme verleiten, die Messungen der Impulse, hätten die Aufenthalts- beziehungsweise die Impulsvektor- Wahrscheinlichkeiten der Teilchen durch Energiezufuhr beeinflusst und damit im Rahmen der Heissenbergschen Unschärferelation definiert, wodurch die Wellenfunktionen kollabierten. Allerdings widerspräche dieser vernünftigen Vermutung das nächste, an sich gleich aufgebaute Experiment, dessen einziger Unterschied darin besteht, absichtlich flüchtige Messwerte erst nach der Multiplikation mit Zufallszahlen für die weitere Auswertung festzuhalten (womit Impulse und somit Wege der Teilchen unbestimmbar bleiben). Mysteriös werde das Verhalten des Teilchen-Strahls im zweiten Experiment, da trotz der Impulsmessung, die Welle weiter bestünde und ein Interferenz-Muster hinter dem Doppelspalt zeichne.

Stimmten die Schilderungen zu

den Doppelspalt-Experimenten, hätte der Experimentator, laut der Beobachtungen des zweiten Experiments unabhängig von der Art der Messung, Einfluss auf Experimente dieser Art, vorausgesetzt die Messreihen sind auswert- und damit erkennbar.

Erkenntnis konkretisiere Wellen als Teilchen respektive Teilchenstrahl im Bestimmen der Impulse oder der Orte der Teilchen. Messbar sind jeweils nur die einen oder die anderen, weil beide in Beziehung stehen und je kleiner die betrachtete Teilchenmasse, desto unmöglicher die präzise Messung beider Eigenschaften zur selben Zeit.

Jede bekannte Art der Messung hat Einfluss auf das Gemessene. Im Makrokosmos kann der Einfluss der Messung oft vernachlässigt werden, da der miteinhergehende Energietransfer ein Bruchteil des Energieinhalts des Gemessen beträgt. Im Mikrokosmos hingegen, kann der Energietransfer der Messung gar den ursprünglichen Energiegehalt des Gemessen übersteigen.

Kann der Teilchen-Welle-Dualismus auch bei Makroobjekten beobachtet werden? Eher nicht.

Oder vielleicht doch, wenn entsprechende Raum- und Zeitmassstäbe gewählt werden?

Was wenn alles Mögliche im Wahrscheinlichkeitszeitraum angelegt wäre, aber erst durch Erkenntnis definierte Gestalt annähme?

Nicht der spontane, zeitlich zufällige Zerfall eines Radionuklids und die damit mögliche, automatische Tötung bei der Detektion eines Zerfalls, kille Schrödingers Katze, sondern das Erkennen ihres Zustandes nach dem Öffnen der Truhe, entscheide über der Katze Leben. Über die Zeit kumuliert zwar die Wahrscheinlichkeit der Katze Tötung, aber eben nur unbestimmt. Die Katze nähme abhängig von der Halbwertszeit einen Zustand zwischen lebendig und tot ein, der eben nur durch ein erkennendes Sein konkretisiert werde. Schrödinger hatte vermutlich einen bildhaften Humor, so wählte er den griechischen, grossen Buchstaben Psi, der einem Dreizack gleicht, dem Zepter des Poseidons, griechischer Gott des Meeres, zur Beschreibung der Wellenfunktion, wohl kaum zufällig.

Welchen Grad der Erkenntnis setzt die Konkretisierung von Wahrscheinlichkeitszeitraum voraus?

Was hindert daran, wenn nicht Erfahrung, den Umkehrschluss zu ziehen, dass nicht Erkanntes, nicht existiere? Wenn nicht eigene, die kulturelle Erfahrung lässt diesen Umkehrschluss nicht zu, wie folgende Fragen erkennen lassen:

„Hatten Röntgenstrahlung vor der Entdeckung ihrer Schädlichkeit keine Wirkung?“,

„Gab es vor Entdeckung der Bakterien und Viren keine Entzündungen, Eiterfluss oder Erkältungen?“ und

„Sind Menschen die einzigen erkennenden und selbst reflektierenden Wesen im Universum?“

Erste wie zweite Frage, kann die Menschheit aus Erfahrung bejahen.

Die dritte Frage lässt sich nicht mit Sicherheit bejahen – zu gering sind zeitliche und räumliche Erfahrungen, gemessen am wissenschaftlich plausiblen Alter, Ausdehnung und Fülle des Universums.

Wird eine unvorstellbar geringe Unwahrscheinlichkeit, gewesener oder seienden, mindestens heutiger Menschheit ebenbürtiger Kultur angenommen und mit der beobachtbaren weit unvorstellbarerer Fülle des Universums in Bezug gesetzt, bietet sich rechnerisch auf die dritte Frage nur eine Antwort an: „Wahrscheinlich nicht.“

Verglichen mit der Anzahl möglicher Erkenntnisse der Menschheit früherer Jahrhunderte, hat sich die Anzahl, gegen Ende des zweiten Jahrzehnts im 21. Jahrhundert, um etliche Zehnerpotenzen gesteigert, mit exponentiell steigender Tendenz. Diese Tendenz kann zu Teilen der Leistungszunahme elektronischer Datenverarbeitung über die letzten vier Jahrzehnte, aber, und vor allem dem, Weltbevölkerungszuwachs und zugleich zunehmenden Anteil an professioneller Geistes-, Politik-, Sozial- und Natur-Wissenschaft sowie Technik zugerechnet werden.

Wäre Existenz abhängig von Erkenntnis , wäre die heutige Menschheit existenter den je –

wie eine kleine, unscheinbare Knospe, die erst langsam aufbricht, dann sich beschleunigt öffnet, und einst innewohnende, nun ausgebreitet, prachtvolle Blütenblätter zur Schau stellt – womit die Blume, von weitem gut zu erkennen ist, den Weg zu ihrem Nektar weist, dem Lockmittel, doch weit mehr dem Dank im Überfluss für den Austausch von Pollen, den Paketen zum fruchtbaren Informationsaustausch gleichartiger, standortabhängiger Pflanzenwesen.

Werbung, die

(Hrltg. von V. werben, egtl. s. um d. Gunst e. anderen bemühen)

(c) 2020, FarbigeWelt

Das Argument: Dank der (stets aufgezwungenen) Werbung, könne Etwas günstiger, ja gar gratis, angeboten werden, ist eine der grössten Lügen unserer Zeit überhaupt!

Unerwünschte, nicht bewusst geforderte Werbungen haben die eindeutige Eigenschaft von unkörperlich-gewalttätigen Penetratoren der Persönlichkeitssphäre, die arg- und hinterlistig, frontal und flankierend die bewusste Konzentration auf ein Thema oder eine Tätigkeit medial attackieren, mit teils brutalsten Methoden wie erzwungener körperlicher Aktivität, um das Eindringen in tiefere Persönlichkeitsschichten zu verhindern und den Sinn- und Geistesvergewaltiger loszuwerden. Abgesehen von oft trostlos tragischen über alle Zweifel dummen Konsumimperativen für sinnleeren, nutzlosen Abfall=Unrat, wird die Umwelt auf schändlichste Art überstrapaziert und Ressourcen auf schonungslose Art ausgebeutet, absichtlich und unaussprechbar niederträchtig ohne jegliche Rücksicht auf personelle Verluste. Das wahre Ausmass der gesamtgesellschaftlichen Kosten kann kaum erfasst werden, der Umsatz, der alleine das Platzieren lassen nicht erwünschter Werbung generiert, lässt einen Hauch Ahnung vom Schadenumfang aufkeimen, bildlich gesprochen, zeigt aber noch nicht einmal die Spitze des eigentlichen Eisbergs auf den das moderne Kreuzschiff Konsumwut beschleunigt Kurs hält.

Ist Mobbing aktuell?

– Oder eher ein zwingend zu kontrollierendes, teilbewusstes Relikt vergangener Tage?

Über eine einleitende Fiktion zur übergeordneten Betrachtung des Phänomens Mobbing in Gesellschaft

2020 © FarbigeWelt

‚Alphi war in manchen Spielen viel besser als Gleichaltrige, aber in vielen erreichte er kaum durchschnittliche und einigen weit abgelegen, schlechte Resultate. Leider oft in Bereichen, die zum sogenannt Normalen gehörten, das man sogenannt einfach konnte. Manchmal erschien es Alphi so, als ob die anderen eine ihm unbekannte Art der Sprache verwendeten, mit der sie sich absprachen. Für Alphi besonders unheimlich synchronisiert konnte ihn eine Gruppe Kinder auslachen, wobei sie ihn auch mit verletzenden Aussagen zudecken konnten, die sie wie aus der selben Aufzählung aus einem ihm unbekannten Buch nahmen. Oft reagierte Alphi darauf mit tobendem Zorn, hochroten Kopfes, ob der ihm zuwiderlaufenden Ungerechtigkeit. In der ihm eigenen, trägen Art, konnte er keines der anderen, flinken Kinder erreichen, egal wie wütend er wurde, er schlug immer ins Leere und die Kinder überschlugen sich vor Lachen.

Die elterliche Aufsicht beendete den Hohn in diesen Fällen, in zur Ruhe bittendem, nachdrücklichen Ton: „Macht ihr Euch wieder über Alphi lustig und ihn damit fertig? Schaut mal er ist ganz erschöpft, nur weil ihr ihn so auslacht und mit Hohn verletzt. Das findet niemand nett! Wer von Euch will die Rolle mit Alphi tauschen? Ein jeder hier Foppende, können wir in eine Runde sperren, die sich zu ihm gleich verhält, wie eure Gruppe hier sich zu Alphi. Wer dies nicht selbst erfahren will, sei sofort ruhig und strecke die Hand auf!“

Die Aufsichten liessen alle Kinder lange und entwicklungsgerecht spielen, griffen jedoch ein, falls ein Spiel eine höhere Ordnung zu sehr störte.‘

Spott, Hohn, Witzelei und Abgrenzung gehörten stets in Grenzen dazu, und waren normal, wo sich jedoch Massen bildeten, die sich im Gleichschritt gegenseitig aufschaukelten, um einzelne, wenige auszugrenzen, durfte nicht gewartet werden, denn dieses Spiel war keines, sondern urinstinktiver Ernst, dem rechtzeitig Halt geboten werden musste.

Dieser Ernst gleicht der stammes-geschichtlichen Jagd auf Wild, Fehlbare oder Auszustossende, wobei Kräfte und Energien freigesetzt, gebündelt und aufs Objekt im Zentrum fokussiert wurden, bis das Objekt starb oder gebrochen wurde und von da an sich vor jedem Einzelnen der Gruppe nur noch verängstigt nähern konnte.

Bei den jüngeren Kindern spielt sich dieses Mobbing unbewusst auf der Basis Jahrmillionen alter Instinkte der Rudel-Jagd ab, bei der besonders schwache oder einzelne, starke, der eigenen Gruppenstärke ziemlich unterlegene, Wesen gejagt werden, ohne dabei Halt vor Individuen der eigenen Spezies zu machen.

Die Spielregeln des Mobbings fangen einfach an: Wer nicht mitjagt, wird selbst zum Gejagten, es sei denn, erste Erweiterung der Regeln, wer nicht mitmacht lenkt, definiert also das Ziel, und führt die Gruppe und deren Aktivität zum Ziel. Der Mob entlädt sich nach erster Erweiterung weniger archaisch, das heisst weniger instinktiv, da nun einer neuen Regel unterworfen, die eine Führungsrolle schuf, welche allgemein akzeptiert wurde, und die ausserhalb des Mobbings tief im Verhalten Einzelner verankert ist.

Beinahe banal erklären sich hiermit, viele gesellschaftliche Beobachtungen, unter anderen, dass Völker sich selbst unter schlechten, individual Bedingungen, kaum gegen die Obrigkeit auflehnen und Revolutionen, die zu einer neuen, nachhaltig für die Basis vorteilhaftere Ordnung führen würden, eine äusserst selten, wenn nicht gar schier unmögliche Erscheinung sind.

Es mag an Anmassung grenzen, zu behaupten, eine grundgerechtere Ordnung, könne nur über Generationen und allmählichen zu jener gerichteten Wandel verdient werden. Der Wandel, zu dem eine Generation die nächste erzieht und bemächtigt, die wiederum die Schritte des Wandels der nächsten Generation beibringt oder könne nur, leider, über Generationen von Aussen diktiert werden, bis eigene Reihen reif dafür sind, des Diktates tieferer Sinn zu durchdringend und zu verstehen und zu verinnerlichen, um es an seine Mitmenschen weiterzugeben.

Wer bedenkt, in drei Generationen könne vieles geschehen, das die ehemals angelegten Tugenden verkennt und nicht billigt, wenn nicht gar ins Gegenteil wendet und so dann, das arglose Volk missbraucht, das Jahrhunderte des Strebens nach Freiheiten, Familiärem und Gerechtigkeit für Alle, den niederen Urinstinkten zum Frasse vorwirft, der habe zu Teilen Recht, doch ihm fehlt die Geduld des einfachen Bauern, des Landschaft Gärtners, des Laubwald Försters und erst recht besonnen, langfristig ausgerichteten Institutionen wie teil-weise alte Staaten, Städte, manche Kirchen, Unternehmen, Vereine, Parteien und Geschichten, viele Märchen, Sitten wie auch Traditionen und Überlieferungen.

Wer, wohin des Weges?, fragt, sollte ebenso fragen, wessen Art mein Freund?