Es zieht ein Sturm auf am Horizont


© 2020.10.16, FarbigeWelt


Wenn dieser Sturm übers Festland fegt, wird wenig stehen, was als gesichert feste und erhaben galt. Von weitem ist dumpfes, tiefes, unbestimmtes Grollen hörbar, aber es ist kein leises Donnern von fernem Wetterleuchten, viel eher klingt es wie der tobend mahlende Gebirgsbach in den Alpenmassiven im brausendem, stürmisch peitschenden, ausdauernden Regenfall; denn der nahende Sturm gleicht einem einzigen Orkan drohend gebildet aus tausenden von gegenläufig drehenden Windhosen, die Geröll mitbringen, Deka-Tonnen schwere Gesteinsbrocken in der Grösse von mächtig beladener Heu-Fuder. Bereits schwanken die eitlen Elfenbeintürme der Gelehrten, der philosophischen, pharmakologischen und psychiatrischen Schulen, im Ziehen der Warmfront des Schönwetters Lüftchen. Wehe! Der Wind dreht sich auf einmal sehr geschwind und lässt kein Stein der Gebildeten Häuser auf dem anderen. Wehe! Es zieht Wahrheit auf. Möge trotzen wer will, an ihr führt doch kein Weg vorbei, kein Widerstand setzt sich ihr entgegen. Wehe! Besser, bleibt stumm und verbirgt euch stille, denn laut und dumm, ganz ohne Eigenwille. Zu spät! Wer den Falschen folgte, bleibt keine Zeit, zu nah das Unwetter. Schaut, es droht am Horizont!

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