Der Sinn des Lebens

Hat ihn nicht verloren, wer nach danach sucht? Liegt nicht der Sinn des Lebens, eben genau danach nicht zu suchen?

Atme, liebe. Schaue, höre. Hebe den Kopf, denke! Nun gehe, sprich und bewirke!

All die Antworten liegen im Moment, dem Jetzt der Gegenwart. Das war und wird immer so sein. Fliessend granular sind die Möglichkeiten der gestalterischen Schöpfung oder Wandlung von Materie und Energie.

© 2020, FarbigeWelt

Wer zu solchen Worten nicht mehr neugierig wird, ist kaum ein Träumer aus dem 20. Jahrhundert oder früher, sondern Mensch im 21. Jahrhundert, dem Anfang und Ende.

Der Sinn alter Legenden, mystischer Worte: Nichts. Alles nur noch Geschichten guter Erzähler, die die Phantasie anregen, um gegen Geld weiter zu erzählen, mit spekulativen Andeutungen Zuhörende glauben machen es gäbe noch vieles zu erzählen, zu entdecken, zu bergen. Die Gerüchte sprächen von Antworten auf die Fragen zu nicht weniger als allen gegenwärtigen Problemen und in unerforschten Labyrinthen kolossaler Monumente, fänden sich weit fortschrittlicheres Wissen als heutiges, Wissen längst vergangener Hochkulturen, manche gar inner oder extra terrestrischer Herkunft.

Zu manchen Zeiten muss Ägypten wohl eines der fortschrittlichsten Gebiete im Mittelmeerraum gewesen sein. Wie viele Legenden, Mythen, Religionen, Wissen, Können, Techniken und Organisationsformen finden wohl ihren Ursprung entlang des Nils? War nicht die feine Stadt Alexandria mit ihrer grossen Bibliothek und ihrem, für lange Jahrhunderte, leider durch ein Erdbeben gefallene, gigantische Leuchtturm, eines der von Menschenhand geschaffene, höchsten Gebäude, im über Tausende von Kilometer weiten Umkreis? Wir fragen uns heute oft, wie solche Bauwerke errichtet wurden.

Wir vergessen in unserer kurzlebigen, rasend schnellen, individualisierten Zeit, welche Wunder auf mehrere Generationen ausgelegte Ziele bewirkt werden können, wenn sehr viele Menschen sich bewusst zusammentun und sich gemeinsam und zusammen einem höheren Zweck hingeben, also ihr Leben und ihr ganzes Trachten auf diesen richten.

Irren wir nicht, wenn wir die Antworten auf unsere grossen Fragen in der verschütteten, verschleierten, überholten Vergangenheit zu finden glauben? Dabei könnte heute im 3. Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts, oder nach anderer Zeitrechnung im 10. Jahrtausend der bekannten, modernen, auf Abstrakte bauenden, verbindenden und erinnernden Kultur der Menschheit, so gut wie jeder bewusste Mensch, alles je geschriebene, gezeichnete, gesprochene aller Jahrtausende bis vor wenigen Jahrzehnten auf einem kleinen Speicher am Schlüsselbund mit sich tragen.

Wenn das kein neues Weltwunder ist, was dann?

(c) 2020, Michael Trösch

Size Matters!? Indeed! 😃