Werbung, die

(Hrltg. von V. werben, egtl. s. um d. Gunst e. anderen bemühen)

(c) 2020, FarbigeWelt

Das Argument: Dank der (stets aufgezwungenen) Werbung, könne Etwas günstiger, ja gar gratis, angeboten werden, ist eine der grössten Lügen unserer Zeit überhaupt!

Unerwünschte, nicht bewusst geforderte Werbungen haben die eindeutige Eigenschaft von unkörperlich-gewalttätigen Penetratoren der Persönlichkeitssphäre, die arg- und hinterlistig, frontal und flankierend die bewusste Konzentration auf ein Thema oder eine Tätigkeit medial attackieren, mit teils brutalsten Methoden wie erzwungener körperlicher Aktivität, um das Eindringen in tiefere Persönlichkeitsschichten zu verhindern und den Sinn- und Geistesvergewaltiger loszuwerden. Abgesehen von oft trostlos tragischen über alle Zweifel dummen Konsumimperativen für sinnleeren, nutzlosen Abfall=Unrat, wird die Umwelt auf schändlichste Art überstrapaziert und Ressourcen auf schonungslose Art ausgebeutet, absichtlich und unaussprechbar niederträchtig ohne jegliche Rücksicht auf personelle Verluste. Das wahre Ausmass der gesamtgesellschaftlichen Kosten kann kaum erfasst werden, der Umsatz, der alleine das Platzieren lassen nicht erwünschter Werbung generiert, lässt einen Hauch Ahnung vom Schadenumfang aufkeimen, bildlich gesprochen, zeigt aber noch nicht einmal die Spitze des eigentlichen Eisbergs auf den das moderne Kreuzschiff Konsumwut beschleunigt Kurs hält.

Ist Mobbing aktuell?

– Oder eher ein zwingend zu kontrollierendes, teilbewusstes Relikt vergangener Tage?

Über eine einleitende Fiktion zur übergeordneten Betrachtung des Phänomens Mobbing in Gesellschaft

2020 © FarbigeWelt

‚Alphi war in manchen Spielen viel besser als Gleichaltrige, aber in vielen erreichte er kaum durchschnittliche und einigen weit abgelegen, schlechte Resultate. Leider oft in Bereichen, die zum sogenannt Normalen gehörten, das man sogenannt einfach konnte. Manchmal erschien es Alphi so, als ob die anderen eine ihm unbekannte Art der Sprache verwendeten, mit der sie sich absprachen. Für Alphi besonders unheimlich synchronisiert konnte ihn eine Gruppe Kinder auslachen, wobei sie ihn auch mit verletzenden Aussagen zudecken konnten, die sie wie aus der selben Aufzählung aus einem ihm unbekannten Buch nahmen. Oft reagierte Alphi darauf mit tobendem Zorn, hochroten Kopfes, ob der ihm zuwiderlaufenden Ungerechtigkeit. In der ihm eigenen, trägen Art, konnte er keines der anderen, flinken Kinder erreichen, egal wie wütend er wurde, er schlug immer ins Leere und die Kinder überschlugen sich vor Lachen.

Die elterliche Aufsicht beendete den Hohn in diesen Fällen, in zur Ruhe bittendem, nachdrücklichen Ton: „Macht ihr Euch wieder über Alphi lustig und ihn damit fertig? Schaut mal er ist ganz erschöpft, nur weil ihr ihn so auslacht und mit Hohn verletzt. Das findet niemand nett! Wer von Euch will die Rolle mit Alphi tauschen? Ein jeder hier Foppende, können wir in eine Runde sperren, die sich zu ihm gleich verhält, wie eure Gruppe hier sich zu Alphi. Wer dies nicht selbst erfahren will, sei sofort ruhig und strecke die Hand auf!“

Die Aufsichten liessen alle Kinder lange und entwicklungsgerecht spielen, griffen jedoch ein, falls ein Spiel eine höhere Ordnung zu sehr störte.‘

Spott, Hohn, Witzelei und Abgrenzung gehörten stets in Grenzen dazu, und waren normal, wo sich jedoch Massen bildeten, die sich im Gleichschritt gegenseitig aufschaukelten, um einzelne, wenige auszugrenzen, durfte nicht gewartet werden, denn dieses Spiel war keines, sondern urinstinktiver Ernst, dem rechtzeitig Halt geboten werden musste.

Dieser Ernst gleicht der stammes-geschichtlichen Jagd auf Wild, Fehlbare oder Auszustossende, wobei Kräfte und Energien freigesetzt, gebündelt und aufs Objekt im Zentrum fokussiert wurden, bis das Objekt starb oder gebrochen wurde und von da an sich vor jedem Einzelnen der Gruppe nur noch verängstigt nähern konnte.

Bei den jüngeren Kindern spielt sich dieses Mobbing unbewusst auf der Basis Jahrmillionen alter Instinkte der Rudel-Jagd ab, bei der besonders schwache oder einzelne, starke, der eigenen Gruppenstärke ziemlich unterlegene, Wesen gejagt werden, ohne dabei Halt vor Individuen der eigenen Spezies zu machen.

Die Spielregeln des Mobbings fangen einfach an: Wer nicht mitjagt, wird selbst zum Gejagten, es sei denn, erste Erweiterung der Regeln, wer nicht mitmacht lenkt, definiert also das Ziel, und führt die Gruppe und deren Aktivität zum Ziel. Der Mob entlädt sich nach erster Erweiterung weniger archaisch, das heisst weniger instinktiv, da nun einer neuen Regel unterworfen, die eine Führungsrolle schuf, welche allgemein akzeptiert wurde, und die ausserhalb des Mobbings tief im Verhalten Einzelner verankert ist.

Beinahe banal erklären sich hiermit, viele gesellschaftliche Beobachtungen, unter anderen, dass Völker sich selbst unter schlechten, individual Bedingungen, kaum gegen die Obrigkeit auflehnen und Revolutionen, die zu einer neuen, nachhaltig für die Basis vorteilhaftere Ordnung führen würden, eine äusserst selten, wenn nicht gar schier unmögliche Erscheinung sind.

Es mag an Anmassung grenzen, zu behaupten, eine grundgerechtere Ordnung, könne nur über Generationen und allmählichen zu jener gerichteten Wandel verdient werden. Der Wandel, zu dem eine Generation die nächste erzieht und bemächtigt, die wiederum die Schritte des Wandels der nächsten Generation beibringt oder könne nur, leider, über Generationen von Aussen diktiert werden, bis eigene Reihen reif dafür sind, des Diktates tieferer Sinn zu durchdringend und zu verstehen und zu verinnerlichen, um es an seine Mitmenschen weiterzugeben.

Wer bedenkt, in drei Generationen könne vieles geschehen, das die ehemals angelegten Tugenden verkennt und nicht billigt, wenn nicht gar ins Gegenteil wendet und so dann, das arglose Volk missbraucht, das Jahrhunderte des Strebens nach Freiheiten, Familiärem und Gerechtigkeit für Alle, den niederen Urinstinkten zum Frasse vorwirft, der habe zu Teilen Recht, doch ihm fehlt die Geduld des einfachen Bauern, des Landschaft Gärtners, des Laubwald Försters und erst recht besonnen, langfristig ausgerichteten Institutionen wie teil-weise alte Staaten, Städte, manche Kirchen, Unternehmen, Vereine, Parteien und Geschichten, viele Märchen, Sitten wie auch Traditionen und Überlieferungen.

Wer, wohin des Weges?, fragt, sollte ebenso fragen, wessen Art mein Freund?

Alles ist relativ. Selbst die Logik?

Vieles lässt sich anzweifeln und relativieren, manches hingegen scheint absolut und nicht weiter zu zersetzen, sei es nun per Definition oder mangels eigener oder erweiterter Fähigkeiten. Ein weit verbreiteter Irrtum besagt, alles sei relativ. Ein einfacher, dieser Behauptung entgegen gestellter Fakt, lässt einsehen, ob der Überzeugte einsichtig sein kann, und die Korrektur seiner Aussage annimmt, nämlich der Fakt, dass Eins und Eins Zwei gibt. Erstaunlicherweise, wird dieser abstrakte, per Definition absolute Fakt, öfter relativiert als die Logik erwarten würde. Ein gängiges Mittel zur Relativierung besteht im Satz: Das sei nicht immer so. Dieses Mittel ist in der Tat in der Lage alles Absolute zu relativieren und damit die aufgestellte Behauptung, alles sei relativ, oberflächlich zu stabilisieren. Eigentlich könnte an diesem Punkt der Diskussion gestoppt werden, da der Gesprächspartner zum einen wahrscheinlich wenig Erfahrung hat in logischem Denken, und daher keine Kenntnis von den grundlegenden Prinzipien der Logik und ihrer Anwendung hat, oder zum anderen, sich einem Spass daraus macht, Logiker mit Irrationalem zu konfrontieren, in der irrigen Annahme Widersprüche setzten der Logik Grenzen. In der Annahme, der witzige Ansatz sei Absicht, möge darauf hingewiesen werden, dass jeder unbeabsichtigte und daher verdeckte Widerspruch erst durch die Regeln der Logik offenbart werden kann. Der Einwand, das sei nicht immer so, lässt sich gut auf alles sei relativ widerspiegeln. In der Tat führt hier das erprobte Mittel der Relativierung zur Einsicht, wenn nicht immer alles relativ ist, so gibt es auch Absolutes. Ins Absurde getrieben, ist die Anwendung des relativierenden Mittels auf sich selbst, das ist nicht immer so – das ist nicht immer so, wird da durch zur Bestätigungsformel, das ist so.

Filterblase

Ich verstehe nicht, warum hierzu offensichtliches übersehen werden solle, ja gar von ihr ausgehend ernstzunehmende Gefahr drohe. Seit ich mich erinnere, fanden sich Kreise, die sich einem Thema oder Tätigkeit besonders widmeten.

Ein nicht allzu ernstzunehmender Erklärungsversuch meines Unverständnisses:

<<„Filterblase“ wurde im Jahr 2016 zum Wort des Jahres in der Deutschschweiz gekürt.

Die Filterblase (englisch filter bubble) oder Informationsblase ist ein Begriff der Medienwissenschaft, der vom Internetaktivisten Eli Pariser in seinem gleichnamigen Buch von 2011 verwendet wird.>>

https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Filterblase&oldid=195180088

Ein erst neun Jahre alter Begriff, aber das bezeichnete Phänomen ist mehrere Tausend Jahre alt – Zu welcher Zeit spezialisierten sich wohl keine Gruppen, die sich, um ihre Ausprägung der Wahrheit scharten und sich in ihrem Glauben an sie gegenseitig unterstützen? – ist daher längst keine Folge der Social Media oder der Suchmaschinen. Durch der Filterblase Digitalisierung, ihrer laufenden Optimierungen und ihrer gezielten, Einsetzung für personalisierte Werbung, wurde die Filterblase höchstgradig professionalisiert. Ihre Nützlichkeit für die Benutzer der virtuellen Freundeskreise und Mehrheitstreffer orientierten Internetdurchsuchmaschinen, liegt auf der Hand, eben gerade durch die personalisierte Einschränkung des Überflussangebotes an Kontakten, Themen und Informationen, wird die Auswahl der Vorschläge und Antworten nicht nur überschaubarer sondern auch zielgerichteter und Kontext orientierter und damit für den Benutzer anwenderfreundlich nützlich. Mit der Behauptung der Anbieter, der Menschheit in guter Absicht zu dienen, sprechen sie wahrheitsgetreu. Die Filterblase ist in ihrer ersten Instanz eine an sich gute Sache. Der perfide Konstruktionsfehler der Luftblasen-Algorithmen liegt ihrer verständlichen Möglichkeit der rekursiven Anwendung und der daraus, oft bewusst beabsichtigten, weiteren inhärent logischen, thematischen Einschränkung der angeboten Auswahl. Bildlich gesprochen, fängt eine Suche beispielsweise mit allgemeinen Katzenbilder an, wird verfeinert nach Fellfarbe, dann eingeschränkt auf liegende Katzen und weiter auf dem Rücken liegende, bis die gefundenen Bilder dem gleichen, das der Suchende vor wenigen Minuten in seinem digitalen Freundeskreis veröffentlicht hat. Wäre es nach all der Arbeit, die der Suchende in die Suchmaschine gesteckt hat, nicht ein Vorteil für andere Suchende mit öffentlichen Katzenbildern, die eine liegende Katze zeigen, auf Anhieb zum allgemeinen Begriff Katze, Bilder mit auf dem Rücken liegenden Katzen derselben Fellfarbe darzustellen? Solange die generische Suche einfach, mit einem zusätzlichen Begriff, die Filterblase verlässt und wieder allgemeinere Treffer liefert, ist dagegen wohl kaum etwas einzuwenden. Fatal wäre jedoch, die Suche würde sich stur und nur noch auf liegende Katzen konzentrieren. Wer würde einen Suchalgorithmus, der zu „Katze“ nur Bilder zeigt, von auf dem Rücken liegenden, der eigenen, veröffentlichten Katze gleichenden, weiter benutzen wollen? So trivial dieses Beispiel auch sein mag, der prinzipiell gleiche Vorgang kann sich bei beliebigen Suchanfragen abspielen.

Welches Gemüt ist schon derart simpel, dass es die Schlagseite der gelieferten Vorschläge und Treffer übersieht und echt daran glaubt, Katzen lägen die meiste Zeit auf dem Rücken?